Autoritäre Gewalt, anhaltende Protestbewegungen und geopolitische Interessen prägen die Entwicklungen im Iran und in Syrien bis heute. Wie wirken historische Erfahrungen und Machtpolitik auf die Menschen vor Ort? Welche Verantwortung trägt die internationale Gemeinschaft angesichts von Repression, Krieg und Flucht? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich am vergangenen Donnerstag eine Podiumsdiskussion im Mindener BÜZ, organisiert vom SPD-Stadtverband und dem SPD-Ortsverein Rechtes Weserufer.
Auf dem Podium diskutierten Prof. Dr. Manuel Brunner (Eingriffsrecht und Staatsrecht), Aylin Rescho (Jugendforum), Majgan Aghajani sowie Mehrdad Sepehri Fard (Pastor). Moderiert wurde die Veranstaltung von Marcel Komusin.
Mehr als 100 Besucher*innen folgten der Einladung und erlebten eine intensive und vielschichtige Diskussion. Im Mittelpunkt standen neben der aktuellen Situation in beiden Ländern auch die historischen Hintergründe der Konflikte sowie die Rolle internationaler Akteure. Diskutiert wurde insbesondere, welche politischen und moralischen Handlungsspielräume der internationalen Gemeinschaft zur Verfügung stehen und wie Solidarität mit den betroffenen Menschen konkret aussehen kann.
Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Sezgi Can, die zu Beginn einen thematischen Einstieg in den Abend gab. In seinem Grußwort ging auch der Landrat des Kreises Minden-Lübbecke Ali Doğan auf die aktuelle Lage in Iran und Syrien ein und betonte die Bedeutung von Dialog, Aufklärung und internationaler Verantwortung.
Die Veranstaltung machte deutlich: Die Entwicklungen im Iran und in Syrien sind nicht nur regionale Krisen, sondern globale Herausforderungen, die weiterhin Aufmerksamkeit, Engagement und politisches Handeln erfordern.
Aktuelle Lage in Iran und Syrien
Im Iran hält die politische Führung trotz massiver wirtschaftlicher Probleme, hoher Inflation und internationaler Sanktionen an einem repressiven Kurs fest. Landesweite Proteste der vergangenen Monate, ausgelöst durch soziale Ungleichheit und politische Unterdrückung, wurden mit Gewalt, Verhaftungen und Einschränkungen der Meinungsfreiheit beantwortet. Menschenrechtsorganisationen berichten weiterhin von schweren Menschenrechtsverletzungen.
Auch Syrien befindet sich nach über einem Jahrzehnt Bürgerkrieg in einer anhaltenden humanitären und politischen Krise. Große Teile der Bevölkerung leben in Armut, Millionen Menschen sind weiterhin auf der Flucht. Internationale Machtinteressen, Sanktionen und die fragile Sicherheitslage erschweren eine nachhaltige politische Lösung und den Wiederaufbau des Landes.






