Gestern stellte Familienministerin Verena Schäffer nach über einem Jahrzehnt endlich wieder einen Familienbericht für Nordrhein-Westfalen vor. Heute wurden die rund 250 Seiten dem zuständigen Landtagsausschuss präsentiert.
Im Anschluss erklärte Dr. Dennis Maelzer, familienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW:
„Über Nacht konnte das Parlament natürlich nicht diesen umfassenden Familienbericht detailliert durcharbeiten. Wir müssen uns in den kommenden Wochen ausführlich mit ihm beschäftigen, da hier nicht nur viel Arbeit drinsteckt, sondern auch sehr viele wichtige Erkenntnisse nach Konsequenzen der Politik verlangen. Der Bericht zeigt, dass die Familien in Nordrhein-Westfalen in einem massiven Spannungsfeld stehen, und er macht den Handlungsbedarf deutlich. Insofern darf es nicht sein, dass nun hinter dem TOP ein Haken gemacht werden soll und man einfach zur üblichen Tagesordnung zurückkehren will. Alle politischen Akteure müssen den Bericht ernst nehmen, Konsequenzen ziehen und auch geplante Veränderungen nochmals überprüfen. Denn eine logische Konsequenz ist die Novelle des Kinderbildungsgesetzes, so wie CDU und Grüne sie jetzt durch den Landtag peitschen wollen, jedenfalls nicht. Auch die Schönheitskorrekturen der Regierungsfraktionen heilen die grundsätzlichen Fehler nicht. Die Kitas brauchen eine endlich eine Grundfinanzierung.
Gerade die Verlässlichkeit in Bildung und Betreuung wird in dem Bericht angemahnt: „Nach Daten des MKJFGFI NRW (2025) war allein in den ersten vier Monaten des Jahres 2025 fast jede dritte Kita in NRW von Personalunterdeckungen betroffen und musste ggf. Angebote ganz oder teilweise reduzieren.“ Das ist ein großer wunder Punkt der schwarz-grünen Regierungszeit. Die neuesten Zahlen zeigen wieder, dass die Koalition das Problem nicht in den Griff bekommt und die personalbedingten Einschränkungen in den Kitas steigen und steigen. Im Vergleich der ersten sechs Monate der Jahre 2025 und 2026 erkennt man einen klaren Anstieg bei den Einschränkungen: im Bereich des LVR waren es im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres 12043 Meldungen, in diesem Jahr 12899. Damit gilt für dieses Gebiet eine prozentuale Veränderung zum Vorjahr um plus 7,11 Prozent. Für den LWL waren es 5985 Meldungen im Zeitraum Januar bis Juni 2025, nun 6324 – ein Anstieg um 5,66 Prozent.
Die Eltern von Kita-Kindern verzweifeln immer mehr an dieser Entwicklung, weil der Alltag einfach nicht mehr funktioniert. Die Zahlen, Daten und Fakten liegen mit dem Bericht auf dem Tisch. Ihn nun einfach ins Regal zu stellen wäre der falsche Weg.“






