Nach heute von IT.NRW veröffentlichten Zahlen benötigen Bachelorabsolvent*innen in NRW durchschnittlich mehr als neun Semester für ihren Abschluss. Hierzu erklärt Dr. Bastian Hartmann, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW:
„Mehr als neun Semester bis zum Bachelor sagen viel über die Bedingungen von Studierenden in NRW aus. Wer abends arbeiten muss, kann nicht in der Bibliothek recherchieren oder für die Prüfung lernen. So wird die Regelstudienzeit zum Luxus für diejenigen, die finanziell abgesichert sind.
Nach der Vorlesung beginnt für viele Studierende die zweite Schicht. Sie arbeiten im Supermarkt, in der Gastronomie oder im Büro, um Miete, Strom und Lebensmittel bezahlen zu können. Das Leben ist deutlich teurer geworden. Für das eigentliche Studium bleibt deshalb immer weniger Zeit.
Die Landesregierung muss deshalb dafür sorgen, dass das Studium wieder zum Hauptjob von Studierenden wird. Unterstützung muss ankommen, wenn sie gebraucht wird – nicht erst Monate später. Dafür braucht es einen vollständig digitalen BAföG-Prozess von der Antragstellung bis zum Bescheid. Aber die Digitalisierung allein bearbeitet noch keinen Antrag. Die Studierendenwerke müssen auskömmlich finanziert sein, um das nötige Personal einstellen zu können. Schließlich darf das Land die Kosten der BAföG-Verwaltung nicht über die Sozialbeiträge auf die Studierenden abwälzen. Zusätzlich brauchen wir mehr bezahlbare Wohnheimplätze für Studierende in NRW. Wer schnellere Abschlüsse will, muss Studierende vom finanziellen Druck entlasten.“






