Laut einer aktuellen Studie des Pestel-Instituts fehlen in Nordrhein-Westfalen rund 376.000 Wohnungen. Um das aufzuholen, müssten bis 2030 jährlich etwa 94.000 Wohnungen gebaut werden. 2024 wurden laut dem statistischen Landesamt IT.NRW aber nur ungefähr 41.000 Wohnungen fertiggestellt, nochmals etwa 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Sozialwohnungen sank zudem auf rund 409.000.
Hierzu erklären Sarah Philipp, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW, und Sebastian Watermeier, wohnungspolitischer Sprecher:
Sarah Philipp:
„Die Warnhinweise des PESTEL-Instituts machen die dramatische Situation auf dem Wohnungsmarkt für die Menschen in Nordrhein-Westfalen deutlich. Die Schere zwischen Wohnraumbedarf und Wohnungsneubau geht immer weiter auseinander. Die Situation wird schlimmer statt besser. Das ist der klare Beleg für die gescheiterte Wohnungsbaupolitik der seit bald einem Jahrzehnt CDU-geführten Landesregierungen. Wir warnen seit Jahren vor dem Supergau am Wohnungsmarkt, ohne dass die Landesregierung wirksame Maßnahmen zur Stärkung des Wohnungsbaus auf den Weg gebracht hat.
Die Zeche bezahlen die Bevölkerungsgruppen, die der Hilfe des Staates am meisten bedürfen, zum Beispiel Geringverdiener, Alleinerziehende, junge Familien mit Kindern oder behinderte Menschen, Studierende und Auszubildende, für die die Versorgung mit angemessenem Wohnraum nach und nach unbezahlbar wird.
Es wird Zeit für eine neue Wohnungsbaupolitik mit sozialer Verantwortung in NRW, die soziale Notlagen nicht verschärft, sondern den Menschen spürbar hilft bezahlbaren Wohnraum zu finden. Das geht nur über deutlich mehr gemeinwohlorientierten Wohnungsbau wie die SPD ihn vorschlägt.
Sebastian Watermeier:
„Es reicht nicht aus, alle Vorschläge der SPD zur Stärkung des Wohnungsbaus im Land abzulehnen und sich nur auf die Programme der Förderbank des Landes zu verlassen. Diese Gelder stammen zudem nur zu rund sieben Prozent vom Land selbst und sie führen insgesamt auch nur zu gerade einmal 6.700 geförderten Wohneinheiten pro Jahr. Bei den enormen Bedarfen an zusätzlichem Wohnraum, insbesondere in den Ballungsräumen und Universitätsstädten des Landes, ist das noch nicht einmal ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Angesichts der Tatsache, dass der frei finanzierte Wohnungsbau weitestgehend am Boden liegt und die Förderanfragen an das Land mit rund vier Milliarden Euro erheblich über dem bereitstehenden Fördervolumen liegen, ist das eine politische Bankrotterklärung von Wohnungsbauministerin Ina Scharrenbach.“





