Die neue forsa-Studie „Die Schule aus Sicht der Schulleiterinnen und Schulleiter“ zeigt ein deutliches Belastungsbild an den Schulen in NRW: 58 Prozent der Schulleitungen nennen den Lehrkräftemangel als größtes Problem. 34 Prozent kritisieren den Zustand der Gebäude und Räume. Ein Fünftel der Befragten spricht von einer Arbeitsbelastung, die weit über das Leistbare hinausgeht – 82 Prozent sagen, dass die vorgesehene Leitungszeit dafür nicht ausreicht. Nur jede zehnte Schulleitung würde den Beruf weiterempfehlen. Viele dieser Werte liegen deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
Hierzu erklärt Dilek Engin, schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag NRW:
„Die Umfrage zeigt unmissverständlich, wie groß der Druck an den Schulen geworden ist. Wenn Schulleitungen berichten, dass ihre Arbeit an vielen Tagen einem Hindernislauf gleicht, dann darf das niemanden überraschen – denn seit Jahren wächst der Aufgabenberg schneller, als Entlastung bereitgestellt wird.
Besonders schwer wiegt, dass sich nur ein Bruchteil der Schulleitungen ausreichend durch die Landesregierung unterstützt fühlt. Nur fünf Prozent sehen das so. Das ist mehr als ein Stimmungswert – das ist ein Armutszeugnis für Ministerin Feller und ein Hinweis darauf, dass zentrale Strukturen nicht funktionieren. Wer ein Bildungssystem stabil halten will, darf seine Verantwortungsträger vor Ort nicht mit Bürokratie überziehen und gleichzeitig ohne ausreichend Personal lassen. Vor diesem Hintergrund kann die von Ministerpräsident Wüst inszenierte Modernisierungsagenda auf Berliner Bühne auf die betroffenen Schulleitungen nur wie blanker Hohn wirken.
Gleichzeitig wird deutlich, was die Schulen dringend brauchen: mehr Freiraum, um Entscheidungen dort treffen zu können, wo sie wirken – im unmittelbaren Schulalltag. Dazu gehört auch mehr Vertrauen in die Menschen, die jeden Tag Schule gestalten, vom Kollegium bis zur Leitung. Sie kennen die Herausforderungen am besten und wissen, welche Lösungen funktionieren können.
Damit dieser Freiraum wirksam wird, braucht es schließlich eine neue Kultur in der Bildungspolitik – eine Kultur, die bereit ist, eingefahrene Muster zu verlassen, mutiger zu entscheiden und zugesagte Veränderungen auch wirklich umzusetzen. Die Erwartungen und Vorschläge der Schulleitungen liegen seit Jahren auf dem Tisch. Sie wurden in unzähligen Anträgen der SPD-Fraktion im Landtag zu Papier gebracht. Jetzt ist es Zeit, danach zu handeln – konsequent und verlässlich.“





