Die Freie Wohlfahrtspflege hat massive Kritik an der geplanten KiBiz-Reform der schwarz-grünen Landesregierung geäußert und den Entwurf als „inakzeptabel“ bezeichnet.

Hierzu erklärt Dr. Dennis Maelzer, familienpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„Das ist eine schallende Ohrfeige der Kita-Träger für Schwarz-Grün. Die Kritik der Freien Wohlfahrtspflege am Referentenentwurf zur KiBiz-Reform ist vollkommen berechtigt und verdient volle Unterstützung. Dieser Entwurf wird weder den Kindern noch den Familien, den Beschäftigten oder den Trägern in Nordrhein-Westfalen gerecht. Wer trotz massiven Fachkräftemangels die Finanzierung nicht dauerhaft absichert, den Bürokratieaufwand erhöht und zugleich kleine Kitas in ihrer Existenz bedroht, verschärft die Krise in der frühkindlichen Bildung statt sie zu lösen.

Besonders irritierend ist, dass zentrale Vereinbarungen aus dem gemeinsam unterzeichneten Eckpunktepapier vom Oktober 2025 im Gesetzentwurf ignoriert oder ins Gegenteil verkehrt wurden. Das ist ein Vertrauensbruch gegenüber den Trägern und allen, die seit Jahren für ein besseres KiBiz kämpfen. Ein Kernzeitenmodell, das pädagogische Realität ausblendet, weniger Mitbestimmung für Träger und befristete Finanzzusagen sind ein Rückschritt für die Qualität der frühkindlichen Bildung.

Die Landesregierung muss diesen Referentenentwurf zurückziehen und neu vorlegen. Nordrhein-Westfalen braucht eine echte KiBiz-Reform, die Planungssicherheit schafft, Bürokratie abbaut, Qualität stärkt und kleine Kitas schützt – und kein Gesetz, das die ohnehin angespannte Lage weiter verschärft. Alles andere wäre verantwortungslos gegenüber Kindern, Familien und den über 100.000 Beschäftigten in unseren Kitas.“