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Auf Antrag der SPD-Fraktion hat der Innenausschuss des NRW-Landtags heute über einen Telefonbetrugsfall von „falschen Polizeibeamten“ beraten, dem zahlreiche Seniorinnen und Senioren in NRW zum Opfer gefallen sind.

Hierzu erklärt Sven Wolf, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag NRW:

„Ermittler des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamts (LKA) hatten einen kriminellen Clan im türkischen Izmir enttarnt, der über viele Jahre deutsche Seniorinnen und Senioren durch Telefonbetrug massiv geschädigt hat. Die Betrüger gaben sich dabei am Telefon als ‚falsche Polizeibeamte‘ aus und überredeten die Seniorinnen und Senioren, sich deren Vermögenswerte wie Bargeld oder Schmuck aushändigen zu lassen, damit diese vor einem angeblich drohenden Einbruch gesichert werden. Die auf diese Weise getäuschten Opfer händigten daraufhin Ersparnisse und Vermögenswerte in Höhe von insgesamt rund 1,4 Mio. Euro aus.

Es ist unfassbar dreist und abstoßend, auf diese Art und Weise die Gutgläubigkeit von Menschen auszunutzen, die sich ihr hart erarbeitetes Vermögen für einen sorgenfreien Lebensabend aufgespart haben. Deshalb ist es gut, dass die Beamten des LKA den Betrügern endlich das Handwerk legen konnten. Dennoch ist die derzeitige Aufklärungsquote bei Telefonbetrug aus dem Ausland mit maximal 0,2 Prozent ein Desaster. Das Beispiel zeigt: Auch Kriminelle machen Home-Office. Umso wichtiger ist, beim Kampf gegen Organisierte Kriminalität konsequent dem Weg des Geldes zu folgen.

Konsequent wäre es vor allem, wenn die Geschädigten ihre Vermögenswerte auch wieder zurückerstattet bekommen. Bislang werden diese jedoch noch von den türkischen Behörden einbehalten. Das ist in keiner Weise nachvollziehbar. Hier muss die Landesregierung im Zusammenspiel mit der Bundesregierung bei den zuständigen Behörden in der Türkei vorstellig werden, damit die Opfer nicht ein zweites Mal um ihre Ersparnisse betrogen werden.“